Der Weißstorch  (Ciconia ciconia).

in Breitenau:

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Allgemeines:

Größe: 80-100 cm Flügelspannweite: 200 – 220 cm Gewicht: 3 – 4,5 kg

Lebenserwartung: 20 – 35 Jahre

Nahrung: Insekten, Frösche, Mäuse, Regenwürmer, kleine Schlangen und Fische

Die Störche kommen bei uns meist Ende März bis Mitte April aus ihrem afrikanischen

Winterquartier zurück.

Die langjährigen Brutpaare suchen meist dasselbe Nest auf, bessern es aus, verschönern es und feiern Hochzeit.

Das Weibchen legt innerhalb einer Woche 3 – 7 Eier.

Aus denen nach 30 – 32 Tagen dann die ca. 80 Gramm leichten Küken schlüpfen.

Diese verbleiben noch ca. 55 – 60 Tage im Horst. So eine Storchenfamilie braucht bis zu 4 kg Futter am Tag – welches beide Elternteile nebst Wasser heranschaffen.

Ab Anfang bis Mitte Juli machen die Jungtiere die ersten Flügelübungsversuche und sind dann meist innerhalb 10 Tagen flugfähig und gehen mit den Eltern auf Nahrungssuche.

Ihre jetzt noch dunkelgrauen Schnäbel und Beine färben sich erst später orange-rot.

In der 3. Augustwoche brechen die Jungstörche eine Woche früher als ihre Eltern allein zu ihrem Flug ins afrikanische Winterquartier auf. Sie finden den Weg dorthin ganz von allein.

Meistens kommen erst nach der Geschlechtsreife im Alter von 3 – 4 jahren wieder zu uns zurück.

Nur 10% aller weggeflogenen Jungtiere kommen wieder in die Gegend ihrer Geburt zurück. Der Ausfall unterwegs ist enorm.

Unsere Niederösterreichischen, sowie die burgenländischen Störche nehmen die sogenannte Ostroute über den Bosporus, Türkei, Israel, Niltal,- um nach Ost und Südafrika zu fliegen.

In Ostafrika leben zeitweise bis zu 500 000 europäische Störche.

Störche sind kräftesparende Thermikflieger- und diese Aufwinde gibt es nur über der Landmasse. Deswegen meiden sie das offene Meer.

Sie fliegen ca. 200 – 400 Km pro Tag, legen aber auch immer wieder tagelange Rastpausen ein.

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Seit 1991 gibt es Telemetriedaten über die Störche bei ihrem Flug ins Winterquartier. Vorher war man allein auf die Meldungen über die Sichtung oder den Fund eines beringten Storches angewiesen.

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Das Land mit den meisten Störchen in Europa ist Polen: hier gibt es 52 500 Brutpaare.

Gleich danach kommt Spanien mit ca. 40 000 Brutpaaren.

Hier findet der Storch noch ein Nahrungsangebot auf gemähten und beweideten Wiesen und in Auen. Und es gibt viele große, offene Müllhalden – wo sich tausende Störche täglich einfinden und hier ihre Nahrung finden.

Ca. 30 % der hier ansässigen Störche bleiben das ganze Jahr dort. Futter gibt es ja genug.

In der Region Extrematura leben über 12 000 Brutpaare. Sie nisten hier auf Felsen, Eichen,

Dächern und eigens für sie errichteten Plattformen auf langen Holzstangen.

In der Kleinstadt Caceres leben die meisten Störche, berühmt ist aber das Rathaus von Merida.

Hier ist jeder freie Winkel auf dem Dach von Störchen besetzt.

In Kroatien – 100 KM südlich von Zagreb gibt es das Dorf Cigoc.

Es war 1994 das erste Dorf welches mit dem Titel “Europäisches Storchendorf” ausgezeichnet wurde.

Auf den Dächern der mehr als 300 Jahren alten Häuser (die alle unter Denkmalschutz stehen) nisten mehr als 50 Brutpaare. Im Sommer gibt es hier mehr Störche als ansässige Menschen.

Auch hier stimmt das Nahrungsangebot für die Störche. Es gibt fast nur Wiesen, die gemäht und beweidet werden. Und in den Save Auen finden die Störche auch genug Nahrung.

Auch in Österreich gibt es noch Regionen – wo der Storch genügend Nahrung findet.

Eine Besonderheit sind hier die March-Auen, speziell um Marchegg.

Auch Marchegg wurde 2002 mit dem Titel “europäisches Storchendorf” ausgezeichnet.

Hier werden extra noch Wiesen erhalten und gepflegt. Hier gibt es auch große

Überschwemmungsgebiete, in denen Fische laichen. Die geschlüpften Jungfische sind eine wichtige Nahrungsquelle für die Störche.

mitten im Wald versteckt – der scheue Schwarzstorch.

“Unsere” Störche nisten meistens auf von Menschen bereit gestellten Horstunterbauten.

Oft sind es aktive oder aufgelassene Strommasten . Überwiegend werden aber Kamine benützt. Vor Jahrzehnten baute man viele dieser Unterbauten noch aus alten Holzwagenrädern – die jetzt schön langsam “in die Jahre” kommen.

Wird ein Horst auf einem alten,oft schon baufälligen Kamin zu groß und damit zu schwer, muss er zum Teil abgetragen – und damit verkleinert werden . Das macht nichts, die Störche bauen nächstes Jahr munter weiter. Manchmal ist auch es nötig, einen alten Holz-Horstunterbau zu erneuern. Dies geschieht im Spätherbst, wenn die Störche weg sind. Der alte Unterbau wird dann durch eine verzinkte Metallkonstruktion ersetzt, in die Weidenzweige eingeflochten werden. Im folgendem Frühjahr wird dies von den Störchen gerne angenommen- und sie bauen wieder aus dürren Zweigen ihren Horst darauf. Innerhalb ganz kurzer Zeit ist so ein neuer Horst fertig und das Brutgeschäft beginnt.

In Breitenau wurde im Frühjahr 2011 ein neuer Horstunterbau auf das Kirchendach montiert

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Bürgermeister Helmut Maier und                                                                                                                           Robert Mimra bei der Montage

Obmann des Storchenvereins Johann Haslinger

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Der neue Horstunterbau am Kirchendach

                                                                                                                                                                                                          Dieter bei der Nestpflege im März 2017

   

  Ein erfolgreiches Storchenjahr:

 2017 , 2018 , 2019

mit je 4  Jungstörchen.

August 2017, 2018, 2019     Alle vier Jungstörche sind bereit zum Abflug nach Afrika.

In Breitenau ist das Nahrungsangebot für den Storch knapp, deswegen braucht jedes Brutpaar ein Gebiet mit einem Radiusvon 1-3 km um den Horst, wo es noch Mähwiesen gibt. Findet er dies nicht, zieht er ab.

Ein Aufruf an alle Wiesenbesitzer in Breitenau , bitte machen Sie von Ihrem Wasserrecht gebrauch und bewässern Sie Ihre Wiesen. Eine Bewässerung der umliegenden Wiesen im Frühjahr ist besonders wichtig, es bewirkt einen Grundwasseranstieg, so dass u. a. verschiedene Regenwurmarten und Larven nach oben drängen. Damit steht den jagenden Altstörchen ein deutlich größeres Angebot für die Fütterung der Küken zur Verfügung, die in ihrer ersten Lebensphase feine, weiche Nahrung brauchen. Anfangs hauptsächlich zur eigenen Ernährung der Altvögel dienen Kleinsäuger wie Mäuse, die wegen des Wasseranstiegs ihre Gänge verlassen.

Quellennachweis:

Helmuth Haar, Artenschutzprojekt Weißstorch

ORF Universum: der Flug der Störche

Storchenverein Breitenau